Gemeinsam aktiv für eine lebenswerte Region
Genossenschaft
für ein blaugrünes
Morgen
Wir als Genossenschaft laden ein, gemeinsam Naturflächen in unserer Region zu regenerieren und zu schützen, indem wir funktionale Ökosysteme schaffen, die im Sinne des Allgemeinwohls und der Nachhaltigkeit genossenschaftlich bewirtschaftet werden. Je mehr Menschen in unserer Genossenschaft aktiv werden, um so mehr können wir bewegen!
Allmende: Altbewährtes neu denken
Die Allmende-Bewirtschaftung beschreibt eine Form des gemeinschaftlichen Eigentums, an dem alle Mitglieder das Recht zur Nutzung haben und zugleich eine Pflegeverantwortung tragen. Im Mittelalter gab es in jedem Dorf eine Allmende. Mit der modernen landwirtschaftlichen Nutzung ging dieses Konzept der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend zurück. Auf der Suche nach Bewältigungsstrategien für die ökologischen Krisen des 21. Jahrhunderts rückte die Allmende-Bewirtschaftung wieder in den Fokus der Öffentlichkeit – als zukunftsgedachter Handlungsraum, der neues Wirtschaften (ökologisch, ökonomisch, sozial) möglich macht.
„Unser Weinberg ist ein 'Mitmach'-Weinberg! Jeder, der mag, kann unter fachlicher Anleitung anpacken und etwas über ökologischen Weinanbau lernen.“
Wir treffen uns einmal im Monat an unserem Mitmach-Weinberg im Umweltkulturpark in Dortmund-Barop und zukünftig auch an unserem neuen Weinberg in Castrop-Rauxel. Wer mitmachen möchte, benötigt keine Vorkenntnisse oder Werkzeuge. Wir freuen uns auf alle Interessierten! Die Termine finden sich im Kalender.
Sebastian Geißelbrecht ist Vorstand der Imkerverein Castrop Rauxel und seit März 2025 Mitglied der Allmende Emscher Lippe eG
Was bedeutet es für Sie, Mitglied bei der Allmende Emscher-Lippe eG zu sein?
Für mich bedeutet die Mitgliedschaft in der Allmende, etwas zurück geben zu können. Durch die Anbindung an die EGLV, durch die ich von dem Standort profitiere, kann ich nun über einen weiteren Kanal den dortigen Honig an die Menschen weitergeben. Dazu kommt das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, von Menschen, die endlich wieder die Emscher als Lebensraum und wichtigen Teil einer selbst versorgenden Wertschöpfungskette sehen.
Warum sind Sie Imker geworden, welche Rolle spielt diese Tätigkeit in Ihrem Leben?
Ich bin über einen Umweg Imker geworden. Vor rund 15 Jahren war ich Mitglied der Wirtschaftsjunioren Dortmund. Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe über simulierte Vorstellungsgespräche, habe ich ein Gespräch mit einem Realschüler aus Unna für eine Stelle als Tierpfleger im Dortmunder Zoo simuliert.
Dabei kam ich mit ihm über sein Hobby, der Imkerei, so sehr und tief ins Gespräch, dass es mich selbst interessiert hat und ich über Literatur mich tiefer eingearbeitet habe. Dabei lernte ich, dass insbesondere lokaler Frühtrachthonig bei Pollenallergien helfen kann und sie teils massiv lindert. Da mein Sohn stark darunter litt, wurde dieses Thema einer der Hauptgründe, um es selbst alsbald auszuprobieren
Dann erfuhr ich zufällig, dass ein Nachbar wohl bald „seinen“ Imker verliert, da dieser aus Altersgründen aufhören will bzw. muss. Er nahm mich als Patenkind auf und arbeitete mich direkt an den Bienen in die Imkerei ein. Dabei haben wir Völker vermehrt, welche die Grundlage für meine Imkerei bildeten. Die Rolle des Imkers bestimmt heute in weiten Teilen mein Leben und hat unseren Blick auf die Natur und den eigenen Garten stark beeinflusst, was die Gestaltung und Pflanzenauswahl betrifft.
Der Schüler hat von mir die Stelle fiktiv bekommen und den Hinweis, in seinem hoffentlich realen Bewerbungsgespräch auch so fasziniert und überzeugt von seinem Hobby erzählen muss. Und mein Sohn hat keine Allergieerscheinungen mehr!
Warum eignet sich der Standort am Hof Emscher-Auen für das Imkern besonders gut?
Aufgrund der vielfältigen Vegetation, die sich über das gesamte Jahr hinweg entfaltet, und der guten Grundwasserversorgung eignet sich der Hof Emscher-Auen besonders gut. Der Flugradius der Bienen ermöglicht es ihnen, von dort aus ein breites Spektrum an Trachtpflanzen zu befliegen. Das Grundwasser steht meistens allen Pflanzen zur Verfügung, sodass sie ausreichend Nektar produzieren können.
Imkern in Castrop-Rauxel hat eine lange Geschichte, was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Der Imkerverein Castrop-Rauxel geht auf 120 Jahre zu, und die Imkerei wird wichtiger denn je, in Zeiten des Insektensterbens. Durch die Hilfe der EGLV haben wir im Emscherland einen Lehrbienenstand aufbauen können und füllen diesen nun sukzessiv mit Leben und Inhalten und hoffen so auf Neumitglieder. Wie das Alter des Vereins es zeigt, ist auch das Alter der Mitglieder hoch und es müssen immer wieder gute und erfahrene Mitglieder das Hobby mangels Nachfolge aufgeben. Dabei geht Wissen und vor allem Bestäubungsleistung verloren.
Was sollte der Öffentlichkeit über Honig und Bienen bewusster sein?
Eine nicht ganz einfach zu beantwortende Frage und auch nicht auf einen einzelnen Punkt zu bringen. Allem voran aber vermutlich die Akzeptanz der Biene bzw. aller Insekten und ihrer Rolle in unserer Umwelt. Zur Biene und dem Honig selber das wohl jeder noch so kleine Tat in Summe durch eine hoffentlich große Anzahl unser aller Überleben sichern kann. Geeignete Pflanzen, weniger Pflanzenschutz und Insektizide, mehr Biodiversität...
Wie essen Sie Honig am liebsten?
Ich esse keinen Honig, trinke ihn aber gern... Zumindest nicht auf dem Brot wie viele andere. Ich probiere ihn jedes Mal bei der Ernte, bei den Durchsichten am Bienenvolk, während der Abfüllung, im Tee. Aber am liebsten als Nebenprodukt, wenn ich Met gemacht habe, aus dem Deckelwachs und Honigresten.
Bildquellen:
© Leopold Achilles
© JochenEhnes von Pixabay
© xiSerge von Pixabay
© Sebastian Geisselbrecht
© Clémence Martel
3 Fragen an... Jan Dickhöfer, Bio-Landwirt in Waltrop, Mitglied der Allmende Emscher-Lippe eG
Allmende: Warum sind Sie Mitglied bei der Allmende Emscher-Lippe eG?
JD: Weil ich das Projekt unterstützen möchte, neue Kontakte knüpfen, netzwerken und das Thema Nachhaltigkeit in der Region voranbringen möchte, und ich merke immer wieder, dass man alleine nicht weiterkommt. Nur gemeinsam sind wir stark!
Allmende: Mit wem würden Sie sich gerne einmal über das Thema regionale Lebensmittel unterhalten?
JD: Mit den Verbrauchern. Um ihnen zu zeigen, wieviel Arbeit es ist, Lebensmittel herzustellen. Was dahinter steht, welche Leute, welche Arbeit. Das geht verloren, wenn man die Lebensmittel nur aus dem Supermarkt kennt.
Allmende: Welche Dinge sind in Ihrem Leben am wichtigsten?
JD: Das sind Familie, die Landwirtschaft und der Zusammenhalt untereinander (Landwirte, Verbraucher …).
Allmende: Vielen Dank, Jan Dickhöfer!
Bildquellen:
© Leopold Achilles